|
St.-Lucia
ist eine Insel der Kleinen Antillen, gehört also zu den Westindischen
Inseln in der Karibik. Der unabhängige (seit 1979) Inselstaat
auf St.Lucia heisst genauso, wie die Insel und ist Mitglied im
Commonwealth of Nations. Die Insel St.Lucia liegt nur gut 30 Kilometer
südlich von Martinique. Während aber die Nachbarinsel
Martinique
als französisches Übersee-Departement Bestandteil der
EU ist, existiert auf der Insel St-Lucia im Unterschied dazu ein
selbstständiger, wenn auch kleiner Staat (Commonwealth-Monarchie,
Staatsoberhaupt ist also die englische Königin).
Zur Einreise
reicht deshalb auch nicht der Personalausweis, sondern
Sie brauchen einen Pass, der auch noch 6 Monate gültig
sein muss. Ein Visum ist für Bürger aus Deutschland
allerdings nicht nötig.
Die Anreise
erfolgt am besten über Frankfurt (nur im Winter - 2012 ab
11.10 - und dann 1x wöchentlich mit Condor); alternativ ist
täglich die Anreise über England möglich (mit British
Airways und Flughafenwechsel in London). Leider sind die Flugzeiten
über London so ungünstig, dass diese Anreise z.Zt. zwei
Tage dauert.
Die Währung
ist der Eastern Caribbean Dollar (EC$), der fest an der US-Dollar
geknüpft ist (2,65 EC$ = 1 US$).
Die Zeitverschiebung
beträgt - wie in der gesamten östlichen Karibik - 5
Stunden gegenüber der MEZ und 6 Stunden gegenüber unserer
Sommerzeit.
Die kleine
Insel - sie misst etwa 20 x 45 Kilometer und bedeckt mal gerade
Zweidrittel der Fläche der deutschen Ostseeinsel Rügen
- ragt steil aus dem Ozean auf. Der höchste Gipfel, der Mount
Gimie, ist fast 1000 m hoch! Das Gebiet um die Vulkane
Gros Piton und Petit Piton (auch Twin Pitons genannt, s. Foto
oben) gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Etwa 170.00
Menschen leben ständig auf diesem wunderschönen Eiland;
mehr als ein Drittel von ihnen in der Hauptstadt Castries.
Auch auf St. Lucia sind Englisch und Patois die
beiden Landessprachen - der Name der Insel wird deshalb auch englisch
ausgesprochen und nicht etwa französisch oder spanisch, also
etwa: Sint-Lusche.
Auch diese
Insel gehört zu den Antillen-Inseln
über dem Winde; sie liegt in der durch Wirbelstürme
gefährdeten Zone der Karibik. Die Hurrikan-Saison geht etwa von
Juni bis November und ist natürlich nicht die günstigste
Reisezeit. Aber zu der Zeit ist es ja auch in Deutschland schön,
so dass man die Karibik sehr gut während unseres Winters
und Frühjahrs besuchen kann. Dann hat man auf St.Lucia die
Karibik-üblichen Temperaturen: Die Lufttemperatur liegt zwischen
22 und 30° C, die Wassertemperatur beträgt eigentlich ganzjährig
um angenehme 26° C. Da der Nordostpassat ständig ein bisschen
frische Luft bringt, sind das auch keineswegs drückende,
sondern sehr angenehme Temperaturen.
St.Lucia ist
eine noch sehr natürliche Insel und auch der Tourismus
wird behutsam entwickelt. Keine Hotelburgen, kein Massentourismus,
sondern eine touristische Entwicklung wird angestrebt, die sich
in die wunderbare Natur einfügt: Kein Gebäude soll höher
sein, als die Palmwipfel - eine Maxime, die sich in immer mehr
Regionen Mittelamerikas durchsetzt.
Ähnlich
wie auf der französischen Nachbarinsel Martinique gibt es
viele Privatunterkünfte, wodurch Ihnen natürlich
ein viel engerer Kontakt zur Bevölkerung und der Schönheit
der Insel möglich ist, als in den seelenlosen Hotelburgen
manch anderer Urlaubsziele. Aber auch Hotels sind natürlich
im Angebot und von den 10 grösseren Hotels dürfen 4
als sehr gut gelten.
Die Bevölkerung
ist überwiegend im Dienstleistungsbereich tätig (zu
dem ja auch der Tourismus gehört); etwa ein Viertel der Menschen
arbeiten in der Landwirtschaft und vom Fischfang.
Die Pflanzenwelt
der Insel ist üppig; nennenswerte Teile sind von ursprünglichem
Regenwald bedeckt. Die Tierwelt ist deutlich bescheidener,
auffällig sind vor allem die blütenbestäubenden
Arten, also Schmetterlinge und andere Insekten und Kolibris.
Wenn Sie nicht
ausschliesslich die Natur geniessen wollen, dann gibt es auf St.Lucia
natürlich vor allem die Möglichkeit zu einem exzellenten
Badeurlaub an Traumstränden und auch in sehr guten Hotels.
Es ist eine richtige tropische Sehnsuchtsinsel. Die Menschen -
meist afrikanischer Abstammung, denn die Urbevölkerung ist
schon im Mittelalter restlos ausgerottet worden - sind offen und
lebensfroh und es kann Ihnen durchaus passieren, dass Sie sich
abends mit Einheimischen beim Grillen am Strand wiederfinden.
Bei den wöchentlich
stattfindenden Straßenparties „Anse la Raye Fish Fry Friday“ und
„Gros Islet Jump-Up“ wird unter freiem Himmel bis spät in die
Nacht getanzt - auch dort sind Gäste herzlich willkommen.
Es gibt übrigens
auch jedes Jahr ein bedeutendes Jazz-Festival (etwa Anfang
bis Mitte Mai) und - überraschenderweise im Sommer - den
Karneval, der auf St.Lucia natürlich karibisch-fröhlich
und einen ganzen Monat lang begangen wird.
Nicht entgehen
lassen sollten Sie sich auch den Markt in der Hauptstadt Castries.
Überraschend
und für's touristische Image der Insel bestimmt nicht förderlich
ist sicherlich der Umstand, dass es die Todesstrafe nicht nur
gibt, sondern dass sie auch verhängt wird und zwar - im Verhältnis
zur geringen Einwohnerzahl - deutlich mehr, als z.B. in den USA.
Obwohl Taxis
relativ preisgünstig sind, werden Sie vielleicht einen Mietwagen
nehmen wollen. In diesem Fall sollten Sie bedenken: Auf St. Lucia
herrscht Linksverkehr. Das Straßennetz ist zwar ganz gut
ausgebaut, aber die Strassen sind eng und wegen der gebirgigen
Landschaft oft sehr kurvenreich.
Sie müssen Ihren deutschen Führerschein dann übrigens
bei der Einreise vorlegen und bekommen (gegen Gebühr, ca.
20,- USD) eine extra Fahrerlaubnis, die auf St. Lucia beschränkt
ist.
|